Erster Tag in Buenos Aires – Huuure!
Ok, der erste Tag in Buenos Aires hört gerade auf, bzw. fängt gerade erst an. Die Porteños (so nennt man hier die Einheimischen) fangen ihren Tag eigentlich erst sehr spät an, abends isst man frühstens ab 20 Uhr, tanzen geht man um 2 und in der Regel hört man auch erst so gegen 8 auf zu feiern.
Eigentlich müsste ich von Anfang an beginnen, also mit Flughafen und allem, eigentlich will ich das nicht, aber ich mache es trotzdem. Über den Flug lässt sich nur sagen: es hat ewig gedauert und es ist großartig riesige Städte von oben zu sehen. Besonders beeindruckend war Sao Paolo (Zwischenstopp). Es sah in der Nacht wirklich toll aus; es ist einfach unvorstellbar, dass Menschen die logistische Aufgabe gemeistert haben so viele Menschen mit Licht zu versorgen – ernsthaft, so viele Menschen, hallo?! Auf jedenfall sah Sao Paolo dann gar nicht mehr so toll aus als wir am frühen Morgen wieder losgeflogen sind, die Armut konnte man auch von oben sehen.
Ankunft in Buenos Aires war fürchterlich, das Wetter war wirklich sehr deprimierend, ein sehr tristes Grau breitete sich über den ganzen Horizont aus; das Gras fehlte die Farbe, der Asphalt war brüchig und der Flughafen selber ist eigentlich nur ein großer schmutziger Zementblock – Ich denke Schopenhauer hätte es sicherlich gefallen.
Von innen sah alles dann schon besser aus, Immigration ging super schnell, die Tippen deinen Namen ein und du bekommst dein Visum gestempelt. Danach habe ich Geld gewechselt und versucht an Münzen zu kommen. Um den Bus zu benutzen braucht man nämlich Münzen, Scheine werden nicht gewechselt und da die Busfahrt (eine zweistündige Odyssey welche viele starke Impressionen hinterlassen hat) nur 2 Pesos (ca. 0,40€) kostet und somit viel günstiger als ein Taxi (ca. 20€) ist, habe ich mir eine Zeitung, ein Wasser und einen Cheeseburger an verschiedenen Stellen gekauft nur um an das Kleingeld zu kommen, das wie man mir später erklärte wirklich eine „Hot Commodity“ ist.
In der Stadt angekommen musste ich dann feststellen, dass meine Reservierung in meinem Hostel aus seltsamen Gründen nicht eingetragen war und kein Zimmer mehr frei war. Da ich auf dem Hinweg ein gutes Hostel (Hostel del Americana de Sud) gesehen habe, bin ich einfach da rein gegangen und habe mir da ein Zimmer geholt. Nach anfänglichen Zweifeln (das Bett war um 3 Uhr nicht gemacht und ich habe das Zimmer bezogen), muss ich aber sagen, dass es hier spitzenklasse ist; die Leute am Desk sind super nett und wissen wirklich alles über die Stadt und die Traveller machen auch alle einen netten Eindruck, außerdem ist ein kleiner Supermarkt direkt gegenüber in einem Altbau.
Ich bin mit einem Mädchen aus San Francisco und einem Franzosen auf einem Zimmer. Das Mädchen ist eigentlich kein Mädchen mehr, sondern 27 und hat schon einen Job und sowas alles. Sie möchte jetzt ihren Doktor in Heilmedizin machen und ist einfach große klasse. Wir sind durch die Parks von Palermo gegangen und sie hat mir einige Tipps zum allgemeinen Leben in BA gegeben. Außerdem konnte ich mich mit meiner Diana austoben und Fotos von wirklich sonderbar gruseligen, timburtonhaften Objekten machen. Creepy! I mean seriously, it was like super fuckin creepy.
Die Wohnungssuche hat wenig neues ergeben, aber das Hostel ist wirklich nicht schlecht. Einziger Downer: Es ist in San Telmo. An sich ein super Bezirk – vielleicht ein bisschen dreckig, aber alles in allem gut. Allerdings ist San Telmo ca. 25 Minuten mit der Subte (Metro) von Palermo entfernt und der Streetballplatz auf dem ich mich am Samstag mit ein paar Leuten treffen möchte ist dann nochmal genauso weit von Palermo entfernt. Zur Subte muss ich einfach sagen: krass, das ist wie in Tokio, nur mit mehr Diebstahlgefahr und weniger Männern in Armanianzügen. Und weniger Asiaten. Auch wenn es hier einige Asiaten gibt.
So, ich bin erstmal duschen, die Nacht ist noch jung, mal sehen was läuft.
Jetzt hätte ich es fast vergessen: Argentinier sind wirklich kontaktfreudig, überall wird man von Leuten angesprochen, eine Oma hat mir heute beispielsweise im Supermarkt erklärt wo die jungen Leute feiern gehen. Der Titel lässt sich auf eines der ersten Gespräche zurückführen. Im Bus wurde ich vollgequatscht und hab natürlich nix verstanden, daraufhin habe ich erklärt, dass ich aus Deutschland woraufhin dann mehrere Leute im Bus freudig alle deutschen Beleidigungen aufgezählt haben, die sie auf die Reihe brachten. Ich glaube „Hure“ war der Favorit. Argentinier sind sehr stolz, wenn sie auf deutsch fluchen können. Und die Aussprache ist gar nicht schlecht.
Bisher war es echt eine tolle Erfahrung, ich melde mich.