Goodbye Buenos Aires, Hello Rosario
Ich selber kann es kaum glauben, aber ich habe tatsächlich Buenos Aires verlassen. Das erste Kapitel ist abgeschlossen und ich fange endlich an mich über den Kontinent zu bewegen.
Nachdem ich den Freitagabend genutzt habe, um meinen Abschied aus BA angemessen zu zelebrieren, wollte ich eigentlich den Samstag nutzen um auszuschlafen und die letzten Dinge für die Abreise zu klären - daraus wurde nicht viel, da die Handwerker von neben an mich wie jeden Morgen mit ihrem concerto de martillos geweckt haben. Zwei Stunden Schlaf mussten also für diesen Tag reichen. Ich habe Anush in ihrem Laden besucht und hab die restliche Zeit eigentlich vertrödelt. Wie auch immer. Bin dann um halb fünf zum Busbahnhof in Retiro gefahren, direkt neben der Villa 31. Villas sind die Elendsviertel in Argentinien und soviel ich weiß ist die Villa 31 die größte in Buenos Aires. Die Wände der äußeren Hütten wurden bunt angemalt, das sieht jetzt ganz hübsch aus, ändert aber nichts daran, dass die Leute bettelarme Peruaner und Bolivianer sind, die ganz heiß drauf sind Turisten das Geld aus den Taschen zu ziehen. Die Jungs haben nen kurzen Arbeitsweg und wenn man von der Villa selbst einmal absieht, ist sie in einer tollen Wohngegend. Nur wenige Blocks von Recoleta und Puerto Madero entfernt, an der Costanera gelegen, top! Worauf ich hinaus will, ich war nicht besonders begeistert nach Retiro zu fahren. Der Busbahnhof war ganz ok und ein alter Mann im Rollstuhl hat mir einen Flyer mit einem Bibeltext geschenkt, kurz darauf bin ich in meinen Bus gestiegen, und das war dann auch schon Retiro. Keine Diebstähle, keiner Schießerei, nichts.
Die Busse hier sind superbueno, ich hatte einen Platz im oberen Teil direkt vor der Frontscheibe, sodass ich die triste Graslandschaft wunderbar beobachten konnte. Der Sonnenuntergang war einmalig, sowas habe ich bisher noch nicht gesehen; die Sonne verschwand hinter einem schleiernden Vorhang von Rosa- und Orangetönen und man konnte unendlich weit schauen. Die Fahrt dauerte 4 Stunden, im ganzen Bus waren vielleicht 10 Leute. Auf der anderen Seite in meiner Reihe saß ein argentinischer Chemikant aus Buenos Aires mit dem ich mich über die Toten Hosen unterhalten habe. Jeder kennt die Toten Hosen.
Ich kam in Rosario um 10 Uhr an, bin dann flux mit dem colectivo zu meinem Hostel gefahren, Sachen abgeladen, geduscht, kurz hallo gesagt und ein wenig mit ein paar Mädels aus DC geschnackt, danach bin ich in eine Bar gegangen, wo ich mich mit einer Freundin von Justin (Franzose den ich im Hostel in America del Sur kennengelernt habe) getroffen habe. Lucia ist Argentinierin und spricht Spanisch, Englisch, Französisch und Deutsch. Alles sehr gut. Weil sie aber zuletzt ein Jahr in Frankreich verbracht hat spricht sie jetzt Deutsch mit einem fränzösischen Akzent. Que RARO! jajaja (so schreibt man hier hahaha) Lucia ist aus Rosario, und entspricht vollkommen dem Bild, dass die meisten Leute von den chicas de Rosario haben. Muy buena onda y lindisimas. Man sagt, dass die hübschesten Argentinierinnen in Rosario leben und bisher kann ich das nur bestätigen. Todo bien, die Leute waren alle sehr lässig, aber ich bin dann schon um halb vier zurück zum Hostel gegangen - die meisten Leute waren auf Piste, sodass das Hostel quasi leergefegt war.
Heute morgen bin ich ein wenig durch die Stadt gelaufen und habe mein Ticket nach Cordoba gekauft. Ich würde hier eigentlich gerne länger bleiben, weil die Stadt wirklich wunderschön ist. Die Luft ist tausendmal besser und es gibt ähnlich viele Restaurant wie in Buenos Aires, die sehr sehr hip daher kommen. Insbesondere die Costanera ist sagenhaft mit unzähligen Parks am Rio Parana. Die Lebensqualitität erscheint mir hier deutlich besser und die Wohnungen sind günstiger als in BA; ich würde also schon gerne nochmal zurückkommen, aber dann mit Freunden in einer schicken Altbauwohnung. Mein Bus nach Cordoba fährt am Dienstag, ich muss also die Zeit nutzen die ich hier bin.
Außerdem löst sich meine Schreibblockade gerade wieder, ich habe also Grund aufgeregt zu sein.
Randbemerkung (kleine Belohnung für die, die den ganzen Post gelesen haben):
Als ich Samstagmorgens zu meiner Wohnung zurückgegangen bin, habe ich Leute auf der Straße vögeln gesehen, Buenos Aires ist verstörend! : D
7:06 pm • 7 November 2010
TAG 27 in BA – Libros del Pasaje, Pokern, schlechte Hausfrauenkunst
Zurzeit versuche ich ein wenig die Kulturlandschaft Buenos Aires zu begreifen und ein wenig in diesen Ozean von Möglichkeiten einzutauchen. Das ist eigentlich gar nicht so schwer, aber irgendwie auch gar nicht so leicht. Es gibt unendlich viele Galerien, Museen, Buch- und Plattenläden, Theater etc. und natürlich bekommt man hier und da mal einen Tip wo man hingehen kann, aber selbst dann ist natürlich noch lange nicht gewährleistet, dass der entsprechende Schuppen was hermacht.
Gestern habe ich jedenfalls meine Suche nach einem coolen Buchladen fortgesetzt, indem ich ein bisschen für mein Buch recherchieren kann. Nachdem diverse Läden auf der Avenida Santa Fe aus atmosphärischen oder finanziellen Gründen (El Ateneo; ein Buchladen in einem alten Theater, super hübsch, aber auch super teuer und stickige Luft – trotzdem googelt das mal, sehr beeindruckend zu sehen) nicht meinen Vorstellungen entsprachen bin ich in Palermo endlich auf eine Libreria nach meinem Geschmack gestoßen. Libros del Pasaje (www.librosdelpasaje.com.ar) ist ein in der Calle Thames gelegener Laden, in dem man von Conrad über Borges bis Murakami alle möglichen Bücher in riesigen, bis zur Decke reichenden Mahagonieregalen auf Spanisch und Englisch finden kann. Gleich im Eingangsbereich findet man auch Comics von Herge und Gaieman und auf der Galerie findet sich eine beschauliche, aber ausreichend große Abteilung für Kunst, Design und Fotografie. Das beste an dem Laden ist allerdings, dass man sich einfach ein Buch schnappen kann und sich dazu einen Cafe oder etwas zu essen bestellen kann. Ich weiß, dass es dieses Konzept auch in Deutschland gibt (sogar bei Thalia), aber das ist einfach nicht das Gleiche. Die Atmosphäre in den großen Franchisebuchläden fuckt einfach gegen diesen unauffälligen Hipsterbuchladen ab. Natürlich gehört der Laden auch nur irgendeinem reichen Sack, der das alte Familienunternehmen aufgekauft hat, aber wenigstens weiß man hier wie man die Atmösphäre waren kann. Nachdem ich etwa zwei Stunden mich intensiv über das Sammeln von Spielzeug als Wertgegenstand informiert habe und mich ein wenig mit dem Sohn der ehemaligen Besitzer unterhalten habe, wollte ich mich noch ein wenig einem Buch über Matisse widmen, aber zu dem Zeitpunkt hatte ich genug von Spanisch und entschied mich nach Hause zu gehen. Auf dem Weg zurück, schlenderte ich noch ein wenig durch die Straßen von Palermo Soho . - Ich weiß nicht was ich von Gentrifizierung halten soll, aber als Europäer in Südamerika ist es eine klasse Sache. Palermo kommt so tight daher. Boutiquen, Platten und Buchläden, Cafes, Clubs, Boutique Hotels, größtenteils in kleinen, alten, bunten Häuschen, zum Teil mit Street Art versehen. Es ist wirklich wunderschön einfach durch die Straßen zu gehen - auch wenn es auch hier viel Hundescheiße und Schlaglöcher gibt.
Am Abend sind wir dann in eine Art Kneipe mit Livemusik gegangen. Ein argentinischer Enrique-Iglesias-Verschnitt mit Gitarre und ein Bolivianer mit Panflöte boten eine schlechte Show. Das Duo wurde von einem uralten (er war wirklich alt) Schriftsteller aus Argentinien begleitet, der aus unerfindlichen Gründen ein Buch über die beiden geschrieben hat und hin und wieder Auszüge aus diesem Buch vorgelesen hat. Es war ungemein schlecht. Wir belassen es dabei. Danach sind Julian (argentinischer Freund, der vorher mit der Schwester von Carly gereist ist) und ich zu Juan gegangen, um Poker zu spielen. Gespielt wurde an zwei Tischen, Startgeld waren 30 Pesos (6 Euro) und am Ende habe ich gewonnen, haha. 300 Pesos waren es am Ende für mich, was bei meinen Pokerfähigkeiten doch sehr beachtlich ist. Es war schön mal keinen Bela oder Henrik am Tisch zu haben. Das machte alles irgendwie wesentlich einfacher. ; ) Das beste waren aber die Tacos, die wir uns etwa gegen halb vier gegönnt haben. Juan hatte noch einiges übrig vom Abend und es war einfach der Bringer. Wenn ich wieder zu Hause in Deutschland bin, werde ich auf jedenfall häufiger Tacos essen. So wie Spaghetti. Ich verstehe nicht warum das nicht in der westlichen Mainstreamhauskochkunst angekommen ist.
Am nächsten Tag bin ich dann auf eine Tour durch die Kunstgalerien von Recoleta gegangen. Zurzeit ist hier die semana de las artes en Buenos Aires und daher finden überall kostenlose Touren statt. Leider war die Tour kacke, größtenteils waren wir in den Ateliers von irgendwelchen Hausfrauen und der Tour Guide erklärte einer zu reichen südamerikanischen Hausfrau, welche Farben der Künstler benutzte. Weder der Guide, noch die Frau hatten irgendwelche Ahnung von Kunst, was sich spätestens bemerkbar machte, als die Frau sich bei einem pointillistischen Blumenpott an Van Gogh erinnert fühlte. Es war fürchterlich schlecht und ich hoffe, dass die argentinische Kunstszene mehr zu bieten hat. Wirklich, es war richtig schlecht.
6:49 pm • 24 September 2010 • 1 note
TAG 22 in BA – Asado in El Tigre, Dorfparty in Palermo
Hey, ich dachte es wird mal wieder Zeit für einen ordentlichen Blogpost. Ich hatte in den letzten Tagen einen Draft angefertigt, aber irgendwie war der Text wirklich kacke und es war zuviel Schreibaufwand, um das ganze angemessen rüberzubringen, also muss ich euch wohl oder übel die Episoden der letzten paar Tage vorenthalten. Dafür gibt es jetzt einen strigenten, wohl strukturiert und pointierten Text über den gestrigen Tag.
Juan, Friscos argentinischer Freund, hat uns den Tag zuvor angeboten nach El Tigre zu fahren. El Tigre ist ein beliebter nahegelegener Erholungsort. Es befindet sich im Paraná Delta, ist also direkt am Wasser gelegen. Die Porteños verbringen gerne ihre Wochenenden in der Natur, um dem ewigen Treiben in der Stadt zu entgehen und Touristen machen halt ihr touristisches Ding und klappern den Ort ab, um was gesehen zu haben. (letzteres muss ich auch noch machen, soviel habe ich nämlich nicht gesehen)
Juans Familie hat ein Haus dort, also sind wir flux mit dem Auto dahingefahren. Er meinte, dass dauert 20 Minuten, aber wir brauchten glaube ich etwas über eine Stunde. Juan fährt etwa so wie Kilian, nur mehr argentinisch, also etwas chaotischer. Der Durchschnittseuropäer hätte bei dem Verkehr bestimmt 3 Stunden gebraucht, es war lächerlich, es kam einem vor als ob halb Buenos Aires am Samstagmittag die Stadt verlässt nur um Abend wieder zurückzukehren.
Dennoch hat sich die Fahrt gelohnt. Irgendwie erinnerten die Grundstück an übergroße Schrebergärten. Statt Gartenhäuschen fanden wir eine Hütte im Hausformat und anstelle von Rosenbeeten und zurechtgestutztem Buschwerk gab es einen Pool und ein Trampolin. Pedro (ein Freund von Juan) bereitete ein großartiges Asado (so nennt man das Grillen hier) zu, sodass ich in den Genuss von gegrillten Rindermandeln kommen durfte. Jedenfalls glaube ich, dass es Rindermandeln waren – jedenfalls wenn mein Spanisch mich da nicht an der Nase herumgeführt hat und ich die pantomimenhafte Instruktion richtig gedeutet habe. Maradona esse wohl nur dieses Zeug und sei deshalb so fett, meinte Juan. Es schmeckt sehr kräftig und irgendwie süß und hat eine seltsame Konsistenz; ich kann es aber nur empfehlen, man sollte es mal probiert haben. Überhaupt, das Asado war der Bringer. Wir hatten Bife de lomo und Asado (man nennt nicht nur das Grillen so, sondern auch das Fleisch an den Rippen) und es war einfach nur großartig.
Nach nur drei Wochen Stadtleben war ich dann auch wirklich ganz glücklich mal aufs Land zu kommen. Die Luft hier ist wirklich schlecht und dann ist es einfach mal ganz schön wirklich tief ein und ausatmen zu können.
Die Gartenfeier lief kam sonst sehr tranquilo daher. Wir hatten eine Gitarre und den ganzen Tag über hatte irgendwer die Gitarre in der Hand und hat Latinoklassiker geschmettert. Ok, schmettern ist das falsche Wort, da das ganze eigentlich eher eine Zupforgie ist. Was wirklich seltsam war: Alle, und ich meine wirklich alle (etwa 20 Leute), konnten Gitarre spielen. Auf die Frage, ob das normal sei, zuckten alle bloß mit den Schultern. Sehr seltsam.
Am Abend sind wir dann zurückgefahren und haben im Apartment von Carly, Frisco, David und Kevin weitergefeiert. Das ganze war eine Art Einweihungsfeier. Wie immer ist das ganze zeitlich vollkommen ausgeartet, sodass erst um kurz vor 4 jemandem aufgefallen ist, dass wir immer noch im Apartment sind. Eigentlich wollten wir spätestens um 4 in einem Klub sein, weil man danach nicht mehr reingelassen wird (gesetzlich so geregelt). Das gleiche ist gestern passiert, mit der Zeit nimmt das hier niemand so genau.
Jedenfalls konnte es Juan danach noch organisieren, das wir auf eine Art private nichtprivate Feier in Palermo gehen konnten. Ha, das klingt natürlich erstmal gut, aber was mich dann erwartete, war einfach nur Lacher. Das ganze fand auf dem Gelände von einem Sportklub/Reitverein statt und hatte unendlichen Dorfcharakter. Nichts gegen Dorpartys, ich hab 20 Jahre Povinzlertum in Enger auf dem Buckel, ich kann einiges ab – aber das war einfach zu krass. Es gab einen kleinen Raum mit Bar, wo sich aber praktisch niemand aufgehalten hat. Davor gab es ein kleines Vorzelt, wo ein vollkommen fertiger DJ Latino und Euro Trash abwechselnd runterspielte und jeden Song mit einer Glocke (!!!?!) ankündigte. Die Glocke hang über dem Mischpult. Also es war eine richtige Glocke aus Metall und so und der Kerl bimmelte alle paar Minuten wie wild an der Glocke. Ich habe sowas noch nicht gesehen, aber das war echt eine gute Sache, das sollte es auch in richtigen Clubs geben, so ne Glocke macht Stimmung, auch wenn ich die Stimmung an sich eher als guten ostwestfälischen Standard beurteilen würde – daher lasse ich mal weitere detaillierte Beschreibungen der Feier an sich – wir hatten eine gute Zeit, aber es war nix außergewöhnliches. Keine krassen Exzesse, keine Schlägerei. Ein anderes Mal schreibe ich mehr.
Um 6:30 kam dann auch die Sonne zum Vorschein und erhellte das ganze Areal. Und das war einfach das Highlight. Vollkommen surreal entdeckte ich einen alten Tischkicker der auf einer Wiese stand und zwei alte Münzautomaten auf denen man ein Metallpferd reiten konnte. Leider funktionierten die Pferdeautomaten nicht, aber es war ein schönes Bild. Leider hatte ich meine Lomo nicht dabei, das wäre echt ein tolles Foto geworden.
Danach haben wir uns an einer Straßenparilla noch für 10 Pesos (etwa 2 Euro) einen riesen Hamburguesa Completa geholt. Der Burger war einfach bestialisch – riesig, fettig, siffig, ranzig. Ich weiß nicht, ob es eine gute Idee das Teil zu essen (danach war mir ein wenig übel), aber er schmeckte wirklich irre gut und es war einfach genau das richtige um den Abend zu beenden.
Ich vertrete ja sowieso die These, dass der beste Teil eines guten Abends nicht die Feier selbst ist, sondern die Phase danach. Mit dem Streetfood in der Hand in einem Park in Palermo zu sitzen und den Sonnenaufgang zu genießen war definitiv ein großartiger Start in den Tag. Etwa eine halbe Stunde später lag ich schlafend in meinem Bett in Recoleta. Ich bin vor zwei Stunden aufgestanden. Jetzt ist es Vier. Das Leben hier ist gut.
9:28 pm • 19 September 2010
Tag 14 IN BA – Peruaner, Tuffness, Regen
Die letzten Tage verliefen recht unspektakulär, darum heute nur ein kleines Update. Am Donnerstag Abend konnte ich zum ersten Mal endlich Basketball spielen. Wir waren in Belgrano (hinter Palermo, eigentlich eine rechte wohlhabende Gegend, wo wir waren aber eher nicht) und spielten zu dritt in einer verkommenen Halle von irgendeiner Winzuni, die sich da befand. Argentinier sagen immer, dass sie sich für Basketball interessieren, aber irgendwie kennt niemand jemanden der wirklich zocken kann. Ich weiß nicht genau, wann die Saison angeht, aber ich weiß, dass Boca ein Erstligateam hat. Da kann ich mir dann mal eine höherklassige Partie anschauen und vielleicht Leute kennenlernen, die mehr in der Materie sind. Gleichzeitig muss ich hinzufügen, dass ich eigentlich kein Interesse nach La Boca zu fahren. In La Boca sind so etwa vier Straßen sicher, entfernt man sich nur ein, zwei Blocks von diesen Straßen, dann kann man sich eigentlich schon von all seinen Besitztümern verabschieden. Habe ich eigentlich nicht so Lust drauf, darum muss ich mal schauen wo genau das Basketballstadion da ist.
Meine Kommunikationsmöglichkeiten sind immernoch ein wenig begrenzt, da Wifi immer noch nicht funktioniert. Gestern hätte der Techniker alles einrichten sollen, aber wir konnten terminlich nicht und jetzt kommt er am Montag. Mein Mitbewohner schrie in etwa 10 Minuten lang am Telefon an; eigentlich wollte der Techniker den Termin auf nächste Woche Freitag verschieben, was natürlich zum KOTZEN gewesen wäre. Argentinier müssen sich immer und überall behaupten, „to tuffen up“ ist hier echt wichtig. Kundenservice geht allen am Arsch vorbei, darum muss man hier wirklich um alles kämpfen, wenn man etwas haben will. Mein Mitbewohner ist sonst echt total gelassen, wirkt eher zurückgezogen, aber wenn er was haben will, dreht er vollkommen am Rad. Das ist einfach die Art der Leute hier.
Außerdem haben wir uns über Peruaner unterhalten, bzw. überhaupt über Einwanderer. Argentinien ist nach wie vor ein Einwanderungsland, aber die Immigranten kommen nicht mehr aus Europa, sondern aus Paraguay, Bolivien, Peru oder Kolumbien. Wie ich glaube ich schon in der Vergangenheit erklärt habe, sind Argentinier sehr stolz darauf europäisches Blut zu haben. Indigene Herkunft eher nicht so, daher werden die Einwanderer schon aus einfachen rassistischen Gründen verachtet. Dazu kommt, dass die Immigranten aus anderen südamerikanischen Ländern natürlich bettelarm sind und sich der sozioökonomische und soziokulturelle Input im Wesentlichen darauf reduziert, Leute auszurauben, Sozialhilfe einzukassieren, Subte und Krankenhäuser zu überfüllen und schlechte Livemusik auf der Straße zu machen. Insbesondere Peruaner werden verachtet – weil sie so klein sind und viel rauben würden.
Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll. In Deutschland ist es wesentlich einfacher sich mit Migrationspolitik auseinanderzusetzen – unsere ökonomische und soziale Infrastruktur ist einfach besser als in Argentinien; daher ist es wohl nicht fair die argentinische Reserviertheit gegenüber Migranten nach europäischen Maßstäben zu kritisieren. Offensichtlicher Rassismus und Xenophobie sind natürlich generell inakzeptabel. Ich habe noch nicht von Gewalttaten gegenüber Ausländern gehört. Es gibt sie bestimmt, aber ich gehe davon aus, dass es sich dabei eher um Randerscheinungen handelt. (Ich verrenne mich und eigentlich möchte ich auch nicht anfangen hier politisch zu werden, das liest sich alles wie eine eilig geschriebene SoWi-Klausur bei Herrn Barrelmeyer und ich muss gerade an sein spitzbübiges Lächeln und an seinen Rotstift denken; hatte Barrelmeyer Rotstift? Ich hoffe es!)
Um auf den Punkt zu kommen: (an dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass ich nicht die politische Situation kenne, wohl aber die im Volk) Ein Land der Einwanderer sträubt sich gegen weitere Einwanderer. Ich finde es interessant, dass sich ähnlich wie in der USA eine starke nationale Identität entwickelt hat; die sich von den anderen Nationen auf dem eigenen Kontinent abgrenzen möchte. Ich habe nicht viel Ahnung und das Thema sprengt den Rahmen eines Blogposts, aber ich denke es ist interessant zu sehen, dass sich solche sozialen Phänomene überall auf der Welt ähnlich entwickeln können.
Ach ja, es hat hier geregnet. Und Regen heißt hier richtig Regen. Nach zwei Minuten sah ich als hätte ich im Rio de la Plata gebadet, es hat gegossen wie irre.
Ich weiß, ich blogge zurzeit nicht viel, der Artikel ist jetzt auch schon eine Woche alt. Gestern lag ich krank im Bett. Ich lese und schreibe viel und mein Wifi läuft immer noch nicht. Ich versuche die Tage aber wieder mehr hochladen.
4:50 pm • 14 September 2010 • 1 note
TAG 12 in BA – Fußball im River Plate Stadion, Fernsehen, Court gefunde
Das war so groß gestern. Spanien war zu Gast im Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti, also in dem Stadion wo in der Regel River Plate spielt. Die Partie war der Wahnsinn, Argentinien gewann 4-1, und das Ergebnis hätte definitiv noch höher ausfallen können. Dieses Jahr wird das Bicentenario(200 Jahre Unabhängigkeit) gefeiert, daher ist der Sieg für die Argentinier besonders schön. Die Gauchos spielten von Anfang mit viel Herzensblut, wohingegen die Spanier lediglich eine B-Elf aufs Feld schickten, die sich nicht wirklich darum scherte mit einem passablen Ergebnis nach Hause zu fahren. Kein Einsatz, nur das spanische Rumgeschiebe. Bei Argentinien waren Tevez und Messi vollkommen am ausrasten. Messi machte das erste Tor mit einem arroganten Lupfer aus 5 Meter Entfernung. (Schaut euch die Highlights auf youtube an, die Argentinier waren hart am marschieren) Ich kann es nur jedem empfehlen Messi mal live gesehen zu haben, der Kerl ist einfach so krass, am Fernseher geht da viel verloren. Zum Spiel selber möchte ich eigentlich nicht mehr sagen, als dass Piqué einen Okocha im Spiel gemacht hat – wann sehen wir sowas mal wieder in der Bundesliga?
Das klingt jetzt fürchterlich cheesy, aber was die Partie so besonders gemacht hat, war natürlich nicht nur das Spiel auf dem Feld, sondern die tolle Unterstützung der Fans. Argentinier sind vollkommen verrückt nach Fußball und das sollte jeder mal erlebt haben. Ich habe danach mit Phil gesprochen und er meinte, dass Spiele von Boca einfach noch ne Nummer krasser sind – das werde ich mir dann wohl auch noch gönnen, auch wenn ich irgendwie mehr für River bin. (Ich werde zwar immer von Leuten in Rivertrikots angegriffen, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass einfach mehr Leute in Rivertrikots rumlaufen).
Ich könnte stundenlang weiter über das Spiel reden, aber ich muss hier meine Zeit ein bisschen sinnvoller nutzen. ; ) Ok, vielleicht noch zwei Sachen über das Spiel:
Erstens; Julie wollte eigentlich selber Tickets kaufen, das hätte uns 60 Pesos gekostet. Sie hat zwei Tage gewartet, um noch Leute auf Couchsurfing zu mobilisieren, aber dann waren die Tickets vergriffen. Also haben wir über eine Agentur Tickets besorgt. Die gleichen Tickets mit Transfer zum Stadion, Pizza und Bier und After-Game-Freibier (das Wort ist ja wohl mal eine wahre Missgeburt, es tun mir alle leid, die das gerade lesen mussten; ich versuche es wieder gut zu machen) kosteten dann aber 290 Pesos (knapp 60 Euro). Ich mein, für europäische Verhältnisse immer noch fair, aber trotzdem ist es Abzocke. Schlecht war auch, dass der Bus mit dem wir zurückfahren wollten, voll war, sodass Julie und ich in einen anderen Bus eingestiegen sind, der sich allerdings als Bus einer anderen Agentur entpuppt hat. Der Bus stand direkt hinter unserem Bus und die Agentur hatte eigentlich zwei Busse bestellt. Wir wurden von der anderen Agentur einfach reingewunken und sind dann in San Cristobal ausgestiegen. Vom Freibier haben wir also nix mehr gesehen. Trotz allem war es ein super Erlebnis. Nächstes Mal holen wir uns die Tickets günstiger, dann muss ich auch nicht mehr so deutsch nrumnörgeln.
Ach ja, ich guck jetzt auch wieder Fernsehen, dass ist ganz gut um die Sprache zu lernen, besonders weil auf vielen Sendern Untertitel eingeblendet werden.
So, das soll es gewesen sein.
Un abrazo
Benjamin
5:14 pm • 9 September 2010
TAG 10 IN BA – Schon wieder angegriffen, was soll das?!
Was für ein beschissener Tag bisher, es ist erst 3, aber es läuft fürchterlich! Der Morgen fing damit an, dass ich mir einen Nagelknipser bei Carrefour gekauft habe, der nicht funktioniert. Kostet nur 9 Pesos, ist aber trotzdem ärgerlich, weil man in argentinischen Supermärkten in der Regel etwa 10 Minuten anstehen muss, wenn auch nur eine Person vor einem in der Schlange steht. Das liegt zum einem daran, dass die Kassiererinnen faul und lahmarschig sind, zum anderen aber auch daran, dass etwa zwei bis drei Artikel in eine Plastiktüte gesteckt werden und der Kunde am Ende den Laden mit 10 Plastiktüten verlässt. Das passiert jedenfalls in den Märkten der großen Ketten. Wenn man zu einem kleinen Supermercado um die Ecke geht, läuft alles in der Regel etwas flotter, aber da gibt es natürlich nicht alles. Was ich lernen durfte: Ich bin hier in Südamerika – nur weil ich in einem anständigen Laden ein Produkt kaufe, heißt das noch lange nicht, dass es auch fuktioniert.
Nachdem ich in einem Cafe in Palermo gefrühstückt habe und ein paar Sachen in die Wohnung gebracht habe, entschied ich mich die Ecken meines Viertels zu erkunden, die ich noch nicht erschlossen habe. Ich wohne in fucking Recoleta, vor vielen Häusern steht Security (wobei das oft einfach Mestizen in Jogginghose sind; also genauso aussehen wie die Leute, die einen auf der Straße anmachen, aber was solls) und eigentlich sollte man sich nicht zu große Gedanken um die eigene Sicherheit machen. Wenn ich meine abgewrackte Jeans trage, gehöre ich zu den eher schlechter gekleideten Leuten im Viertel, wenn man mal von den Händlern und der Security absieht. Heute habe ich aber meinen Sachen wieder in die Wäscherei gebracht, also habe ich eine kurze beige Hose von H&M und mein braungestreiftes Hemd von H&M angehabt. Die gleiche Hose hab ich auch letztes Mal getragen, als in angegriffen wurde, also vielleicht liegt es an der Hose. Man sieht einfach nicht sehr porteño-haft aus, wenn man so eine Hose trägt. Nicht, dass mein Outfit megaschick wäre (max 40 Euro), aber Argentinier laufen so einfach nicht rum.
Naja, wie auch immer, auf jedenfall lief ich in einer super Gegend rum, schöne Parks, viele Menschen, wirklich einer der schönsten Orte in der Stadt. Allerdings hatte das Museum zu (Montag!) und es ist ein riesen Gebäude, also war auf ca. 200 Metern auf der einen Straßenseite kein Mensch. Ich war schon skeptisch in dem Moment, aber ich dachte, dass man so viel Pech in einer Woche ja nicht haben kann, ich werde schon nicht angegriffen werden. Also habe ich schön meinen Fotoapparat rausgeholt und ein bisschen geknipst. Ich ging ein Stück weiter und in etwa 20 Meter Entfernung erschien auf einmal ein Jugendlicher (etwa 1-2 Jahre jünger als ich) mit River Plate Trikot (der andere Kerl hatte auch ein River Trikot, langsam geht’s mir auf den Sack), der sich an seinen Bauch packte. Der Junge gehörte einfach nicht in die Gegend, das sah man sofort, also war ich skeptisch. Ich dachte erst er hätte einen Tumor oder sowas und möchte jetzt Geld erbetteln und wenn er nichts bekommt dann macht er mich halt weiter an. Haha, von wegen, eine Sekunde später wurde es mir auch klar, das sollte eine Pistole sein. Ich hätte weglaufen können, aber ich dachte, vielleicht wird’s auch einfach nicht so schlimm werden. Weit gefehlt, Benny. Che, Chico! Tienes dinero para comida? - No tengo nada, chico. Vete, chico. Er packt mich natürlich wieder, ich schreie Ayudame! - und versuche wegzulaufen. Er greift meine Tasche und guckt auf meine Hosentasche. In meiner Hand hatte ich den Fotoapparat. Ok, scheiß Situation, was jetzt? Der Junge zeigt auf sein Pistolengeschwür und ich schreie weiter. Ich verstehe Junge, du hast da nix, also versuche ich loszulaufen, der junge hat aber meine Tasche fest im Griff. Ich würde ihm die Tasche aber niemals geben, weil ich ausnahmsweise mit meinem Netbook unterwegs war und ausnahmsweise auch ein bisschen mehr Geld dabei hatte. Es kam mir also quer. Ich schrie weiter und dann rastet der Kerl aus. Er schlägt mit seiner rechten auf mein linkes Ohr, meine Brille fliegt weg. Wir stehen uns gegenüber und er läuft weg. Ich nehme meine Brille auf und laufe auch weg. Ich setze mich auf eine Bank im Park, esse einen Granolariegel und bin wirklich angepisst.
In Deutschland werde ich nicht jede Woche auf der Straße attackiert und ich kann euch sagen, dass ist echt ganz geil. Südamerika ist toll, aber die ganze Scheiße auf der Straße geht mir echt auf den Sack. Und dabei sagt man Buenos Aires ist safe, hallo? Was erwartet mich dann erst in La Paz oder Lima? Das Ganze ist nicht gut für die Psyche. Ich sitze gerade in einem Cafe in Palermo und checke semiparanoid meine Umgebung ab, weil ich Angst habe, dass mir mein Netbook abgezogen wird. Netbooks klauen ist hier nämlich so eine Art Volkssport, weil elektronische Waren hier irre teuer sind. Wie wird einem hier der Netbook geklaut? Ganz einfach, ein Kerl sitzt im Cafe und sieht wie man an seinem schicken Gerät rumtippselt. Wenn man den Laden verlässt ruft er einen Kollegen an, der irgendwo an der Ecke steht und einen dann irgendeine Waffe unter die Nase hält. Darauf habe ich keinen Bock darum wechsele ich viel die Straßenseiten und versuche da zu sein wo viele Leute sind, wenn ich ein Cafe verlasse.
Und dennoch, Buenos Aires ist eine tolle Stadt. Ich arbeite mich gerade durch die besten Pizzaläden der Stadt und es ist großartig. Heute war ich bei Kentucky Pizza in Palermo, gestern bei La Continental in San Telmo. Beide großartig, sowas findet man nicht in Deutschland. Ich treffe mich jetzt mit Freunden in der Parkanlage von Palermo, hoffen wir das beste.
8:45 pm • 6 September 2010
TAG 9 IN BA – hart gefeiert, Wohnung gefunden, Frühling kommt
Hola, como estás? Mejoro mi castelleno dia por dia, pero no es sufiecente. Ich glaube, es ist Zeit an dieser Stelle es feierlich zu erklären und in Stein zu meißeln – und ähnliches – Hostels ziehen einen runter. Man feiert jede Nacht hart, darum steht niemand vor 12 Uhr auf, jeder ist wie irre am surfen, um mit den Freunden von zu Hause oder den anderen „Travellern“ in Kontakt zu bleiben und Spanisch spricht auch keiner. (Die Zeit in den Hostels war trotzdem super, es kommt alles mal wieder viel zu negativ rüber – Was wichtig ist: Man lernt viele Leute kennen und kann sich in der Stadt zurechtfinden)
Nach 9 Tagen in zwei Hostels bin ich daher jetzt sehr glücklich endlich sagen zu können, dass ich eine Wohnung in Recoleta/Barrio Norte gefunden habe. Mein Mitbewohner arbeitet in einer Sushibar in Palermo und wird nie in der Wohnung sein, wie er mir erklärt hat, aber der Preis ist super und ich bekomme Discount in der Sushibar und ich habe eine Doppelbett in einer der besten Wohngegenden in Buenos Aires. Carlie und Erin wohnen jetzt zusammen in einer Wohnung in Recoleta; wir sind zwar nicht Nachbarn, aber mit dem Bus sind es nur ein paar Minuten, wenn überhaupt.
Die Wohnung gibt einem jetzt ein bisschen Sicherheit, was Segen und Fluch zugleich ist. Ich habe seit anderthalb Wochen kein Basketball gespielt (morgen schaue ich mir ein Spiel von Cynthia an), nen Yogakurs habe ich auch noch nicht begonnen und durch die Arthousekinos und Kunstgalerien bin ich auch noch nicht so wirklich gewandert. Jetzt habe ich endlich Zeit dafür. Gleichzeitig wird es natürlich schwer weiterhin im gleichen Tempo Bekanntschaften zu machen, aber wir werden sehen.
Was geht sonst so? Heute habe ich mit Yogi The Expandables gesehen – wie erwartet. Gestern war ich mit zwei Mädchen aus Brasilien unterwegs; Portugiesisch verhält sich zu Spanisch wie Holländisch zu Deutsch. Der Morgen begann mit dem schlimmsten Hangover in meinem Leben, wirklich fürchterlich, das gehört hier nicht hin. Ich gehe wahrscheinlich am 7. September zum Spanien-Argentinien Spiel. (da werden bestimmt einige neidisch sein, was DS? ; ) ) Außerdem kommen die Pixies, Crystal Castles und Norah Jones nach Buenos Aires – einen Auftritt werde ich mir glaube ich gönnen.
2:36 am • 5 September 2010
TAG SIEBEN IN BA – bife de chorizon, dulce de leche, empanadas
Das Wetter hier ist fürchterlich, darum ist hier zurzeit nicht so viel, also schreibe ich einfach mal über das Essen.
Was ein normales argentinisches Frühstück ist, kann ich bisher noch nicht so wirklich sagen, aber bei uns im Hostel gibt es Cornflakes, Baguettescheiben und Fraguette. Das Brot wird mit Butter, Marmelade, Frischkäse oder DULCE DE LECHE (in Kolumbien auch als arequipe bekannt) serviert. Wahrscheinlich aber nur, weil man diese Sachen so toll in kleinen Plastikverpackungen portionieren kann. Erst war ich ein wenig skeptisch was Dulce de Leche angeht: Es ist so eine Art braune Paste, die ich einfach mal als Milchkonfitüre bezeichnen würde. Erinnert irgendwie an Toffee, ich meine, es ist einfach süß. Nach ein paar Tagen hier, kann man sich ein Frühstück ohne das Zeug nicht vorstellen. Eigentlich ist es aber wirklich nichts besonderes; auf Wikipedia habe ich auch ein einfaches Rezept gefunden – für alle, die das mal zu Hause ausprobieren wollen:
- Ingredientes
- Procedimiento
Se pone a hervir la leche junto con el azúcar en una cacerola de cobre a fuego lento, sin dejar de mover; poco a poco se le añade el agua con bicarbonato. Está lista cuando espesa y al mover con la pala se ve el fondo del cazo. Se sirve en platón y se puede adornar con pasas. Aparte se le agrega un colorante si la desea hacer de algún color, siempre que este no contenga azúcar.
El Arequipe a su vez se usa como ingrediente para otros dulces tradicionales como Brevas (higos) rellenas de arequipe, o cascos de naranja confitados rellenos de arequipe. En algunas regiones también se sirve el arequipe en una totuma.

Am Mittag lohnt es sich einfach ein paar Empanadas zu beschaffen. Die kleinen Teigtaschen sind in der Regel mit Carne, Pollo oder verschiedenen Sorten von Quesos gefüllt und sind einfach irre günstig. Man kann für 15 Pesos satt werden, das entspricht etwa 3 Euro. Das beste an Empanadas ist, dass man sie einfach mit vielen Leuten teilen kann. (der KFC Effekt)

Zum Dinner hatten wir gestern bife de chorizon – argentinisches Steak. Und es war wirklich gut. Zuvor waren wir schonmal in einer anderen Paradilla, wo man das bife auch als Autoreifen hätte benutzen können. Dieses war aber wirklich gut. Sehr zart, kräftiger Geschmack, mit einer guten Senfsoße serviert… es war einfach viel zu gut und meine Beschreibungen würden dem Essen nicht gerecht werden. Man war das gut, verdammte Scheiße!
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle mal was zu den Portionen sagen. Zu Beginn habe ich ja einmal gesagt, dass es gar nicht so viel günstiger ist als in Deutschland, aber das muss ich wohl noch mal relativieren. Die Portionen sind einfach so groß, dass man sie in der Regel mit 1-2 Leuten teilen muss. Wenn man eine Pizza bestellt, dann reicht die definitiv für zwei, auch für Vielesser. Normalerweise bestellen wir einfach immer einen Haufen von Sachen und teilen am Ende die Kosten.
Gestern habe ich auch zum ersten Mal Maté getrunken, allerdings nur eine Lightversion aus dem Beutel. Ich war mit Cynthia (sie spielt Basketball in Buenos Aires) in einem kleinen Cafe in der nähe der estación Angel Gallardo und sie hat mir ein wenig die Basketballszene in der Gegend erklärt. Kurz: für mich sieht es bei meinem derzeitigen Wohnort recht mau aus. Ich muss mir irgendwo ein kostenpflichtiges Gym suchen (hab auch schon welche gefunden), wenn ich regelmäßig zocken will. Die meisten Plätze und Teams sind in den Vororten und bis man da ist, kann auch mal eine Stunde vergehen. Ich werde natürlich manchmal mit ihr irgendwo da zocken gehen, aber eigentlich habe ich keine Lust jeden Tag zwei Stunden im Colectivo (die Busse werden hier so genannt) zu sitzen, wenn ich in Buenos Aires bin.
Ich war bei Maté. Maté ist gut, ich mag den Geschmack. Ich finds auf jedenfall besser als Kaffee, aber ich werde mehr berichten wenn ich Maté mal richtig zubereitet aus ein Bombilla (kleine Metallröhre) trinke.
Gestern hatte ich übrigens auch meine erste Spanischstunde. Die Lehrerin heißt Cristina und mein Mitschüler war ein Kolumnist aus Amerika, der eine argentinische Frau geheiratet hat und jetzt sein Spanisch weiter aufbessern möchte. Die Stunden sind sehr günstig und auch hilfreich – aber nur einmal die Woche. Ich werde wahrscheinlich versuchen Privatstunden mir günstig zu holen, davon hat man einfach am meisten.
2:26 pm • 2 September 2010
TAG SECHS IN BA – REGEN, WÄSCHEREI, RAUB
Heute hat es den ganzen Tag geregnet. Da ich gestern schon um 1 schlafen gegangen bin, bin ich sehr früh aufgewacht. Nachdem Frühstück habe ich einfach Zeit in der Lobby verschwendet. Die Mädchen aus Israel haben mir Tomatenomelett gemacht, ich hab vergessen wie die es nannten, aber das essen die oft zum Frühstück.
Danach bin ich mit Angel (neuer Zimmernachbar aus der dominikanischen Republik) zu einer chinesischen Wäscherei gegangen und habe meine Sachen da vorbeigebracht. Der Chinese hat mich nicht wirklich verstanden, also weiß ich nicht ob er meine Wäsche verwäscht, aber er ist günstig, darum sollte man es wenigstens versuchen. Außerdem macht er ja nichts anderes als Wäsche waschen, also müsste er es nach 20, 30 Jahren raus haben. Ich bin gespannt.
Nachdem ich die Wäsche weggebracht habe, habe ich weiter Zeit verschwendet. Eigentlich wollte David ein paar Telefonate führen (er kann am besten Spanisch von uns) um Termine für Wohnungsbesichtigungen klar zu machen, aber die Amerikaner stehen frühstens um 12 auf. Nachdem ich ihn zweimal geweckt habe, kam er um 1 raus… naja, lange Geschichte nicht besonders interessant. Am Ende saß ich auf jedenfall bis etwa 3 an meinem Netbook und musste Emails an verschiedene Agenturen schreiben. Wir wollen nicht mehr als 1200 $US ausgeben, darum ist es nicht so einfach eine richtig tolle Wohnung zu finden, die groß genug für 4 Leute ist. Das mit der Wohung wird aber was, das dauert max. noch 3-4 Tage, dann ziehen wir irgendwo ein.
Auf jedenfall bin ich dann mit Mark und Carly rausgegangen um Tickets für eine Tangoshow zu besorgen. 100 Meter vom Hostel entfernt konnte ich eine Gruppe von Jugendlichen ausmachen von denen einer mit dem Finger auf mich zeigte. Na super, dachte ich mir, jetzt geht’s los. Ich werde überfallen. You see it coming! Es ist echt scheiße, wenn man ein bisschen vorrausschauend ist, dann sieht man es kommen, aber man kann einfach nicht viel machen, da sie in der Regel in Gruppen von 5-6 Leuten sind. Auf jedenfall wurde dann der jüngste von denen auf mich geschickt, warscheinlich wurde er gerade angelernt. : D Naja, wie auch immer, der Junge kam auf mich zu und verfolgte mich für ein paar Meter. Dann sprach er mich an: „You give me your money, you give me your money“ und ich sagte nur: „I don’t have no money, I won’t give you no money.“ und er dann wieder… und ich dann wieder… etwa einen halben Block weiter blieb ich dann kurz stehen und die Anderen standen alle hinter mir. Na super, fickt euch doch ihr Hurensöhne. Wahrscheinlich hätte ich einfach ganz schnell in Shop gehen sollen (das werde ich nächste Mal werde ich das auch machen), aber ich habe es einfach nicht gemacht. Ich wurde lauter, aber es hat natürlich niemanden auf der Straße interessiert. Also gab ich den Jungs mein Geld, es waren 30 Pesos (ca 6 Euro) und 500 Forinth (knapp 2 Euro), so viel war es ja nicht. Der Junge wird sich über die Forinth freuen, den Scheiß bekommt er in Argentinien bestimmt nicht gewechselt ; )
So wurde ich ausgeraubt. Wenn man nach Südamerika reist lässt sich das schwer vermeiden, aber dass es schon am sechsten Tag passieren musste, ist natürlich ein wenig deprimierend. Carlie findet San Telmo sowieso ein wenig „dodgy“ also werden wir wohl nach Recoleta oder Palermo ziehen, da passiert sowas nicht so oft.
Ok, das wars. Wir gehen heute zu einer Tangoshow. Ich bin gespannt.
11:52 pm • 31 August 2010
TAG DREI VIER FÜNF BA - Wohnungssuche und sowas
Tag 4/5 - Wohnungssuche, Alltag, Kosten
Es wird mal wieder Zeit für einen Post habe ich mir gedacht und jetzt gerade hab ich 10 freie Minuten mal sehen was sich daraus machen lässt.
Heute musste ich im Hostel umziehen, da es fully booked ist. Ich bin jetzt mit Carlie (dem britischen Mädchen) und zwei Jungs aus der dominikanischen Republik auf einem Zimmer. Am Donnerstag muss ich mir ein anderes Hostel suchen, da ich etwas verspätet versucht habe zu verlängern. Das ist allerdings nicht so schlimm, da Carlies Boss Phil uns ein anderes Hostel empfohlen hat, welches nur 4 Blocks entfernt ist und so lange als Notlösung herhalten kann bis ich eine Wohnung habe. Eigentlich wollten wir ja eventuell in das gleiche Haus ziehen in dem auch Phil ist, aber irgendwie ist San Telmo nicht unsere option numero uno – wir versuchen lieber nach Recoleta zu kommen. Wahrscheinlich werde ich mit Carlie, David und Kevin (zwei Amerikaner) zusammenziehen, wodurch wir recht großen Spielraum für ein gutes Apartment haben.
Ich hatte heute in Recoleta den besten Schokokuchen meines Lebens, ich hab kein Foto davon, aber ich werde demnächst mehr Fotos von meinem Essen machen. Außerdem waren wir bei Matilda, einer kleinen Bäckerei, die nur einen Block von unserem Hostel entfernt ist, wo ich mir für 17 pesos einen Caesar Wrap geholt habe, der auch für zwei gereicht hätte. Das Essen hier ist wirklich gut, aber die Preise sind nicht wirklich sooooo unglaublich niedrig wie man sich das als Europäer vorstellt, im Endeffekt rechnet sich aber alles schon sehr gut. Ich geh in der Regel einmal am Tag auswärts essen und irgendwo noch was trinken, dazu fahre ich Subte und Bus durch die Stadt und hole mir die nötigen Lebensmittel für den Alltag und gebe ca. 10 Euro am Tag + Accomodation aus.
Gestern habe ich Bife de chorizon gegessen, also argentinisches Steak. Die Portionen waren riesig, wir haben uns zu viert einen Teller geteilt und es war immer noch zu viel; aber das Steak selber war eher mittelmäßig. Ich muss mehr Fleisch essen, um mir ein besseres Urteil machen zu können, aber die anderen meinten auch, dass der Laden einfach nicht so gut war wie er aussah.
Ich habe endlich ein YMCA in Microcentro gefunden, wo ich Basketball spielen kann. 10 Euro Montagsgebühr oder YMCA-Mitgliedschaft – muss mal gucken was ich mache. Freu mich schon den Amerikanern ordentlich auf den Sack zu geben ; )
Wahrscheinlich werde ich Yogakurse nehmen, aber das kommt auch drauf an wo ich wohne; in San Telmo gibt es ein gutes Angebot, aber wenn wir nicht mehr in San Telmo leben, muss ich mir was anderes suchen.
Es ist super Phil zu kennen, er hat viele Kontakte also bekommen wir vieles günstiger, am Sonntag machen wir eine Fahrradtour durch die Stadt (was eigentlich an Selbstmord grenzt in BA, aber alle sagen, dass es total toll sein soll) und er kann mich auch an eine günstige Spanischschule vermitteln; mal gucken was ich mache. Mein Spanisch wird jeden Tag etwas besser, aber richtiger Unterricht kann eigentlich nicht schaden, dennoch muss ich auch auf mein Budget achten.
So, das wars. Ich geh jetzt zu einer Trommelshow, haha. Mal sehen wie das wird.
Chau
Benjamin
12:34 am • 31 August 2010